Am heutigen Tag, dem Christopher Street Day, jährt sich der Stonewall-Aufstand, der den Beginn der Pride Parade makiert. Nachdem an diesem Tag im Jahr 1969 die New Yorker Polizei die Besucher*innen einer queeren Bar in der Christopher Street verhaften und wegen „anstößigen Verhaltens“ anklagen wollten, wehrten sich diese gegen die wiederkehrenden Bloßstellungen und Kontrollen. Insbesondere queere Afroamerikaner*innen und Lateinamerikaner*innen waren von Misshandlungen und Willkür der Polizei betroffen. An diesem Abend führten so vor allem queere People of Color den Widerstand an, was der Ausschlag für tagelange Straßenschlachten mit der New Yorker Polizei war. Seitdem wird an diesen Tag jedes Jahr für die Rechte von LGBTQI+-Menschen demonstriert und an die mutigen Menschen erinnert, die sich vor 50 Jahren gegen Polizeigewalt und Unterdrückung wehrten. Marsha P. Johnson, ein*e schwarze*r Aktivist*in der LGBTQI+-Bewegung und Dragqueen, war maßgeblich an den Unruhen beteiligt. Nach dem Stonewall-Aufstand trat Johnson der “Gay Liberation Front” bei und nahm an der ersten Pride Kundgebung am ersten Jahrestag des Stonewall-Aufstands im Juni 1970 teil. Johnson veranstaltete im August 1970 mit anderen GLF-Mitgliedern einen Sitzprotest an der New York University, nachdem Administrator*innen einen Tanz abgesagt hatten, als sie herausfanden, dass er von schwulen Organisationen gesponsert wurde. Johnson war seither sichtbar bei schwulen Befreiungsmärschen und anderen radikalen politischen Aktionen.